SVS-Beiträge und Rückstellungen: womit Selbstständige rechnen müssen
Als Selbstständige:r bist du ab dem ersten Tag bei der SVS pflichtversichert. Die Beiträge setzen sich aus Pensions-, Kranken- und Unfallversicherung sowie der Selbständigenvorsorge zusammen. In den ersten Jahren rechnet die SVS vorläufig, später wird nach deinem echten Einkommen nachbemessen.
Auf einen Blick
Wer bei der SVS pflichtversichert ist
Sobald du ein Gewerbe anmeldest oder als neue:r Selbstständige:r tätig wirst, bist du nach dem GSVG bei der Sozialversicherung der Selbstständigen versichert. Anders als bei Angestellten gibt es keinen Arbeitgeberanteil: Du trägst die Beiträge allein. Sie sind aber als Betriebsausgabe absetzbar und senken damit deine Einkommensteuer.
Die vier Beiträge im Überblick
| Beitrag | Satz 2026 | Wofür |
|---|---|---|
| Pensionsversicherung | 18,5 % | Deine spätere Pension |
| Krankenversicherung | 6,8 % | Behandlung, Krankengeld |
| Selbständigenvorsorge | 1,53 % | Betriebliche Vorsorge (Abfertigung neu) |
| Unfallversicherung | Fixbetrag | Arbeitsunfälle, aktuell rund 12,95 Euro/Monat |
Die Prozentsätze beziehen sich auf deine Beitragsgrundlage, also im Wesentlichen deinen Gewinn. Es gibt eine Mindest- und eine Höchstbeitragsgrundlage. Verdienst du sehr wenig, zahlst du den Mindestbeitrag, verdienst du sehr viel, ist der Beitrag nach oben gedeckelt.
Die Nachbemessung: die häufigste Überraschung
In den ersten Jahren kennt die SVS deinen echten Gewinn noch nicht, weil der Einkommensteuerbescheid erst mit Verzögerung kommt. Deshalb schreibt sie zunächst vorläufige Beiträge vor, oft auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage. Sobald der Bescheid vorliegt, wird endgültig abgerechnet. War dein Gewinn höher als angenommen, kommt eine Nachzahlung, die mehrere tausend Euro betragen kann.
Genau hier scheitern viele Gründer:innen an der Liquidität. Die Lösung ist, von Anfang an zurückzulegen.
Wie viel du zurücklegen solltest
Als grobe Orientierung solltest du rund ein Viertel bis ein Drittel deines Gewinns für SVS und Einkommensteuer gemeinsam reservieren. Der genaue Anteil hängt von deiner Gewinnhöhe ab, weil die Einkommensteuer progressiv steigt. Wichtig ist, dass das Geld auf einem separaten Konto liegt und nicht im laufenden Betrieb verschwindet.
Befreiung für nebenberuflich Selbstständige
Bleiben deine Einkünfte aus der selbstständigen Tätigkeit unter 6.613,20 Euro pro Jahr (Wert 2026) und dein Umsatz unter 55.000 Euro, kannst du dich von der Kranken- und Pensionsversicherung befreien lassen. Dann zahlst du nur die Unfallversicherung von rund 12,95 Euro pro Monat. Das ist einer der bekanntesten Sparhebel für Menschen, die angestellt sind und nebenbei etwas dazuverdienen. Das Gewerbe musst du trotzdem anmelden.
Wie Prokuro dich unterstützt
Prokuro rechnet aus deinen laufenden Buchungen fortlaufend deine SVS-Rückstellung nach den aktuellen Beitragssätzen und stellt sie neben Einkommensteuer und USt dar. Für die Befreiung gibt es einen eigenen geführten Assistenten. So weißt du jederzeit, was sich aufbaut. Mehr dazu bei den Funktionen oder gleich in der Testphase.
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